Mit dem ERP-Förderkredit für Gründung und Nachfolge ist Ende 2024 ein neues Förderinstrument gestartet, das die Finanzierung von Unternehmensgründungen und Betriebsübernahmen spürbar erleichtert. Das Programm verbindet Fördermittel des Bundes mit der Risikoabsicherung und -prüfung durch die Bürgschaftsbanken und schafft damit einen neuen Zugang zu Finanzierung für junge Unternehmen und Nachfolgelösungen.

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Die Bürgschaftsbanken übernehmen dabei gegenüber der Hausbank eine 100-prozentige Garantie, die wiederum durch eine 80-prozentige Rückgarantie des Bundes abgesichert wird. Die Finanzierung erfolgt für die Hausbank über ERP-Mittel der KfW zu vergünstigten Konditionen. Für die Hausbanken bedeutet dies eine vollständige Risikoentlastung, während Gründerinnen, Gründer und Unternehmensnachfolger besseren Zugang zu Finanzierung erhalten.
Starkes erstes Jahr
Die Geschäftszahlen zeigen, dass das neue Instrument im Markt schnell angenommen wurde. Im Jahr 2025, dem ersten vollen Jahr nach Programmstart, wurden über die Bürgschaftsbanken 403 ERP-Förderkredite mit einem Volumen von 110,7 Mio. Euro genehmigt.
Der überwiegende Teil entfiel auf Gründungs- und Nachfolgevorhaben. Insgesamt wurden 359 Finanzierungen für Existenzgründungen mit einem Volumen von 98,3 Mio. Euro begleitet. Besonders stark war dabei der Bereich der Unternehmensnachfolge: 273 Vorhaben mit einem Volumen von 81,2 Mio. Euro wurden finanziert, während 86 Neugründungen mit 17,1 Mio. Euro unterstützt wurden.
Die Zahlen unterstreichen die besondere Bedeutung passgenauer Finanzierungsinstrumente vor allem für Unternehmensübergaben – ein Bereich, der angesichts der demografischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Gründung und Nachfolge bleiben zentral
Auch insgesamt bleibt die Unterstützung von Gründungen und Nachfolgen ein zentrales Geschäftsfeld der Bürgschaftsbanken. Allein im Bereich Existenzgründungen wurden Im Jahr 2025 3.285 Vorhaben (+19%) mit einem Volumen von 1,06 Mrd. Euro (+9%) begleitet. Davon entfielen 1.896 Fälle (+21,5%) und 576 Mio. Euro (+16%) auf Unternehmensnachfolgen.
Europäische Programme erweitern Handlungsspielraum
Parallel zum Ausbau nationaler Programme stärken europäische Instrumente die Finanzierungsmöglichkeiten der Bürgschaftsbanken. Ein Beispiel ist die neue Vereinbarung mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen des Programms InvestEU zu den Agrarbürgschaften.
Die Kooperation umfasst eine Rückgarantie in Höhe von 75 Mio. Euro, mit der ein Garantieportfolio von bis zu 150 Mio. Euro aufgebaut werden kann. Damit können Finanzierungen von bis zu 300 Mio. Euro für kleine und mittlere Unternehmen im Agrarsektor ermöglicht werden.
Das Programm knüpft an die langjährige Praxis der Agrarbürgschaften der Bürgschaftsbanken an. Gerade landwirtschaftliche Betriebe stehen häufig vor besonderen Herausforderungen bei der Finanzierung – etwa aufgrund hoher Investitionsbedarfe und schwankender Ertragslagen. Durch die europäische Rückgarantie können Bürgschaften künftig mit höherem Volumen und größerer Reichweite eingesetzt werden. Gleichzeitig wird das Risiko zwischen Bürgschaftsbanken und der europäischen Förderinstitution geteilt.
Beteiligungskapital aufgestockt
Mit dem Mikromezzaninfonds III startete im April 2025 zudem ein neues Beteiligungsprogramm für kleine und junge Unternehmen. Die maximale Beteiligungssumme wurde von bisher 50.000 Euro auf bis zu 100.000 Euro erhöht; für bestimmte Zielgruppen sind sogar bis zu 150.000 Euro möglich. Ergänzend reduziert ein Zuschuss aus dem ESF-Plus-Programm die effektive Zinsbelastung. Damit verbessert der Fonds insbesondere für Unternehmen mit begrenzten Sicherheiten den Zugang zu eigenkapitalähnlicher Finanzierung.
Breiteres Förderökosystem für den Mittelstand
Die Entwicklungen des Jahres 2025 zeigen, dass das Förderinstrumentarium für kleine und mittlere Unternehmen gezielt erweitert wird. Neben dem ERP-Förderkredit tragen auch europäische Programme wie InvestEU dazu bei, zusätzliche Finanzierungsspielräume zu schaffen.
Der ERP-Förderkredit für Gründung und Nachfolge ist dabei ein zentraler Baustein. Er verbindet Fördermittel, Risikoabsicherung und bankfähige Prozesse und schließt damit eine wichtige Finanzierungslücke für Gründerinnen, Gründer und Unternehmensnachfolger. Gemeinsam mit europäischen Initiativen entsteht so ein zunehmend breites Förderökosystem, das Investitionen, Unternehmensgründungen und Nachfolgelösungen im Mittelstand wirksam unterstützt.